Online-Petition – Die tun nichts, die wollen nur einkaufen!

OP2a_580px„Die“ – das sind engagierte Bürger, die sich für die Ansiedlung eines Vollsortiment-Einzelhandelgeschäftes auf der Gewerbefläche der ehemaligen Zeche Niederberg stark machen. Aber dass sie nichts tun, stimmt nicht. Ferry Dave Jäckel, ein Neu-Niederberger aus dem Bauabschnitt 2b, hat für das Niederberg-Netzwerk eine Abstimmungsinitiative bei openpetition.de initiiert (wir berichteten). Die Befragung läuft seit gestern für insgesamt 90 Tage. Mit Stand heute haben bereits 106 Personen dafür gestimmt, Tendenz steigend. 1.000 sollen es mindestens werden.

Hintergrund für die Initiative ist die Erkenntnis, dass Neukirchen-Vluyn attraktivere Einkaufsmöglichkeiten benötigt. „Die Südfläche auf Niederberg ist ein idealer Standort, um dort neuen Einzelhandel mit ausreichend Parkplätzen entstehen zu lassen. Weitere Discounter werden nicht benötigt, sondern Vollsortimenter wie Edeka oder Rewe sind gefragt und können das Wohngebiet Niederberg, aber auch die Anwohner in der neuen und der alten Kolonie sehr gut versorgen“, heißt es in der Petitionsbeschreibung.

Günstiger Standort auf dem „Bindestrich“ – viel Parkraum und gute Verkehrsanbindung

Auch das aktuelle BBE-Nahversorgungskonzept weise auf den günstigen Standort Niederberg hin. Nicht nur für die Bürger in der Umgebung, sondern auch für die Berufspendler, da die Lage direkt an der L140 eine gute Einkaufsmöglichkeit bedeute. Mit einem Vollsortiment-Anbieter mit einer Grundfläche von mindestens 1.600 Quadratmetern könne eine große Nahversorgungslücke in der Mitte von Neukirchen-Vluyn geschlossen werden.

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(Auszug aus dem BBE-Konzept, S. 20)

Standortstärkung gegen Kaufkraftabwanderung

Eine Schwächung der angrenzenden Dorfzentren Neukirchen und Vluyn sieht man seitens der Petenter nicht und bezieht sich hier nochmals auf das BBE-Nahversorgungskonzept. Vielmehr könne mit der Entwicklung des neuen Standortes Niederberg dem bereits bestehenden Abwanderungstrend entgegen gewirkt werden. Danach fließt bereits heute mehr als ein Drittel Kaufkraft aus Neukirchen-Vluyn in Richtung Moers, Kamp-Lintfort und anderen Städten in der Umgebung ab.

Niederberger erinnern an Zusage

Erwartungsgemäß machen sich vor allem die untereinander gut vernetzten Neu-Niederberger für den Einzelhandel an der Fritz-Baum-Allee stark. Für viele Häuslebauer war dieses Versprechen mitentscheidend beim Kauf des Grundstücks, wie ein anonymer Kommentar belegt: „(…) Darüberhinaus wurde den Käufern auf Niederberg auch zugesagt, dass sich Einzelhandel mit Vollsortiment auf Niederberg ansiedeln wird.“ Gleiches fordert ein weiterer unbekannter Kommentator: „Weil es für mich ein Kaufgrund war, dass es die Zusage gab, dass sich in der Nähe Gewerbe für den täglichen Bedarf ansiedelt.“

Einzelhandel in NV ist derzeit unattraktiv

Timo Glantschnig meint: „In Summe fehlt es an Einzelhandel in Neukirchen-Vluyn. Der Stadt täte es gut, wenn sich ein moderner Einzelhandel mit ausreichend Parkplätzen auf Niederberg ansiedelt, da sich wohl auch der Edeka Neukirchen auf Dauer nicht mehr halten kann.“ Ähnlich sieht es Julia Pansch: „Die Stadt Neukirchen-Vluyn ist augenscheinlich unterversorgt in Bezug auf Einkaufsmöglichkeiten bzw. einem Vollsortimenter. Das betrifft nicht nur die Niederberger, sondern alle Einwohner aus Neukirchen-Vluyn. Hinzu kommt, dass auf Niederberg nach Abschluss der Bauphasen ca. 250 Familien hinzugezogen sind. Alleine dieser Zuwachs würde einen Supermarkt rechtfertigen. Derzeit weichen wir bei jedem zweiten Einkauf auf Moers oder Kamp-Lintfort aus.Warum den Umsatz nicht in Neukirchen-Vluyn lassen?“ Erreicht werden könne dies, so Kommentator Thorsten Henke, durch einen „hochwertigen Vollsortimenter, so wie es auch im Gutachten aufgeführt ist.“

Unterstützung geht über Niederberg hinaus

Erfreulich, dass sich nicht nur Niederberger für eine „Verbesserung der Infrastruktur des OT Dicksche Heide und Sicherstellung ausreichender Versorgungsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf in fußläufiger Entfernung“ (Gerd Lugge) stark machen. Silker Timper schreibt: „Nicht nur das Baugebiet Niederberg, sondern auch der Etzoldplatz profitiert davon.“ Ein anonymer Schreiber regt sogar eine Fahrrad-Anbindung an die Ernst-Moritz-Arndt-Straße an: „Dadurch würde das bestehende Einkaufsareal an einen neuen Vollsortimenter angebunden. Die Attraktivität der bestehenden Infrastruktur auf der Ernst-Moritz-Arndt-Straße könnte dadurch sogar gesteigert werden. Sollte die Chance nicht genutzt werden, so könnte Kaufkraftpotential sowohl für Neukirchen als auch für Vluyn verloren gehen. Wir kaufen derzeit öfter in Kamp-Lintfort (Kaufland) oder Kerken (Edeka).“

Gegen das Konkurrenzdenken

Das gerne zitierte Argument, mit einem Vollsortimentanbieter die Dorfzentren Neukirchen und Vluyn zu schwächen, wird ebenfalls thematisiert. „Lt. Politik läuft das Dorf Neukirchen-Vluyn Gefahr durch ein großes Einkaufscenter am Niederberg „auszusterben“! Das Dorf Neukirchen-Vluyn ist bereits „ausgestorben“! Mit oder ohne Einkaufscenter…“, konstatiert nochmals Julia Pansch. „Alleine aus Platzgründen ist es überhaupt nicht möglich, durch einen neuen Supermarkt in den alten Räumen des „Kaisers Tengelmann“ den kompletten Bedarf der Neukirchener zu decken. Alleinige Alternative bleibt für die Stadt einen Supermarkt auf Niederberg zu eröffnen und zusätzlich am Aufbau des Dorfes zu arbeiten.“

Diese und weitere Kommentare finden Sie auf der Seite von onlinepetition.de.OP3_580pxSchon mehr als zehn Prozent Zustimmung

Innerhalb der ersten Stunden nach Aktivierung der Petition stimmten bereits 106 Personen mit „PRO“ ab. Contra-Stimmen wurden bislang noch nicht vermerkt. Damit sind bereits mehr als zehn Prozent der angestrebten 1.000er-Marke erreicht. Es bleibt spannend, wie sich die Abstimmungszahlen in den nächsten Wochen entwickeln und Politik und Verwaltung auf die Petition und den darin zum Ausdruck gebrachten Bürgerwillen reagieren werden.

Medienberichterstattung zum Thema

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02.07.14 – www.derwesten.de – „Geschäftszentrum Niederberg“

20.08.14 – www.derwesten.de – „Eine Frage des Einkaufens“

25.09.14 – www.rp-online.de – „Petition für Nahversorger auf Niederberg“

25.09.14 – www.derwesten.de – „Die tun nichts, die wollen nur einkaufen“

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Ein Kommentar zu Online-Petition – Die tun nichts, die wollen nur einkaufen!

  1. Anne Henke sagt:

    Ich bin begeistert!
    Nach nur 12 Tagen haben wir schon die 30%-Marke erreicht.
    Ist doch ein super Start und zeigt klar, was die Bevölkerung – und eben nicht nur die Niederberger – wünscht.

    Weiter so!

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